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Alter

Altersforschung oder Gerontologie untersucht die mit dem Älterwerden und Altsein verbundenen Phänomene. Sie „beschäftigt sich mit der Beschreibung, Erklärung und Modifikation von körperlichen, psychischen, sozialen, historischen und kulturellen Aspekten des Alterns und Alters, einschließlich der Analyse von alternsrelevanten und alternskonstituierenden Umwelten und sozialen Umwelten.“ (Baltes und Baltes 1992: 8). Vor allem die aktuellen Probleme alter Menschen und der Sozialpolitik prägen die Forschungsfragen der Gerontologie. Sie wird in der Regel methodisch interdisziplinär verfolgt, da das Altern ein natürlicher Prozess mit vielfältigen Auswirkungen ist.

 

Die Bedeutung von Datenressourcen zum Thema Altern zeigt das in ca. 20. Ländern durchgeführte Umfrageprogramm des Survey on Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE). SHARE wurde im Jahr 2011 in den Status einer europäischen Forschungsinfrastruktur erhoben. Da es in Europa insgesamt nur fünf sozialwissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen gibt, verdeutlicht dies umso mehr die Bedeutung von diesem Forschungsbereich. Vor diesem Hintergrund möchte das WISDOM auch vermehrt Daten aus diesem Bereich anbieten.

  • Arbeitswelt
    • Ageing Society 2006 - eine Herausforderung für Unternehmen und Gesellschaft
    • Ageing Society 2008 - Analyse der Wünsche und Wirklichkeit älterer Erwerbsfähiger in der Arbeitswelt

      Im Jahr 2006 hat sich das „Zukunftsforum Österreich“ mit der Problematik einer immer älter werdenden Belegschaft aus Sicht der Unternehmen beschäftigt. Ziel dabei war es, Strategien und Maßnahmen der österreichischen Betriebe im Hinblick auf alternde Belegschaften zu untersuchen und so festzustellen, wie die Einbindung älterer DienstnehmerInnen in Erwerbsabläufe funktioniert bzw. welche Strategien von den Unternehmen verfolgt werden, um ältere ArbeitnehmerInnen zu beschäftigen. Um der Unternehmenssicht die Position der älteren ArbeitnehmerInnen gegenüberstellen zu können, erforscht die im Jahr 2008 durchgeführte Studie die Wünsche und Wirklichkeit älterer Erwerbsfähiger in der Arbeitswelt.

  • Lernen und Freizeit im Alter
    • Entwicklungsressourcen für die Lebensqualität im Alter: Nutzung des Internets

      Die Nutzung des Internet, so die Hypothese, erleichtert das alltägliche Leben und kann damit altersbedingte Einschränkungen bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Aktivitäten, die jetzt online durchgeführt werden können, haben früher oft einen hohen Grad an physischer Mobilität erfordert. Kommt es nun zu einer Mobilitätseinschränkung, können diese Aktivitäten von zu Hause aus durchgeführt werden. In der ersten, vorwiegend explorativen Phase des Forschungsvorhabens wurden mit ExpertInneninterviews und Gruppendiskussionen zwei qualitative Methoden kombiniert. Die Ergebnisse der ersten Phase dienten als Grundlage für die Befragung von Internet-NutzerInnen und Nicht-NutzerInnen

    • Lernbedürfnisse und Lernarrangements von älteren Menschen

      Diese Erhebung verfolgt das Ziel, in den alltäglichen Lebensführungen älterer Menschen Prozesse des Lernens und deren Zusammenhänge mit Kompetenzentwicklungen zu identifizieren. Unter welchen Bedingungen kommt es zu erfolgreichem Lernen und damit zu Kompetenzerwerb für eine zufrieden stellende Gestaltung des Lebens im Alter? Untersucht werden sollen dabei vorwiegend informelle Lernprozesse. Dabei soll die Blickrichtung nicht nur auf die aktuelle Lebenssituation gerichtet sein, sondern auch die Bildungsbiografie bzw. schulische Erfahrungen beschrieben und vorhandene Altersbilder auf die gegenwärtige Lernbereitschaft untersucht werden.

    • Bildung, aktives Altern und soziale Teilhabe

      Ziel dieser Datenressourcen ist es, empirische Evidenz für (Weiter)Bildung im Alter als Instrument der Vergesellschaftung zu finden. In dieser Erhebung werden ältere Menschen in einem Alter von 50 bis 75 Jahren in ihrem Bildungsverhalten beschrieben und zu erklären versucht, welcher Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Inklusion besteht. Es wurden fünfhundert Personen befragt, die in den letzten zwölf Monaten an organisierten Bildungsprozessen teilgenommen haben. Diese Befragtengruppe wurde mit zweihundert Personen verglichen, welche sich in diesem Zeitraum nicht an solchen Bildungsprozessen beteiligt hat. Die Befragungen wurden telefonisch anhand eines standardisierten Fragebogens durchgeführt. Bei den Befragten handelt es sich um Personen, die zwischen 50 und 75 Jahren alt sind.

    • Bedeutung und Stellenwert nachberuflicher Tätigkeiten von Menschen im dritten Lebensabschnitt im ländlichen Raum

      Im Vordergrund des Projektes stand die Ermittlung der Bedeutung und des Stellenwertes nachberuflicher Tätigkeiten von Menschen im dritten Lebensabschnitt im ländlichen Raum. Unter Menschen im dritten Lebensabschnitt wurden nichtpflegebedürftige Personen zwischen 60 und 80 Jahren verstanden, welche in Privathaushalten leben. Der ländliche Raum wurde auf zwölf, nach den sogenannten vier Vierteln ausgewählte, oberösterreichische Gemeinden mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 3.000 eingeschränkt. Da das Spektrum nachberuflicher Tätigkeitsfelder weit gestreut ist, erfolgte eine Typologie nachberuflicher Tätigkeitsfelder: berufsnahen versus berufsfernen Aktivitäten; produktiven, sozial engagierten versus konsumtiven, ego-zentrierten Aktivitäten; öffentlich sichtbaren versus primär privaten Aktivitäten.

  • Mikrozensus

    Mikrozensus Sonderprogramme Ältere Menschen

    1971 | 1979 | 1987 | 1998

    Der Anteil älterer Menschen an der österreichischen Bevölkerung nimmt ständig zu. Die besonderen Probleme und Ansprüche dieser Menschen bilden einen Schwerpunkt der modernen Sozialpolitik. Voraussetzung für eine gezielte Sozialpolitik sind aber Informationen und umfassende Kenntnisse über die Lebensumstände älterer Menschen. Über die vielfältigen wissenschaftlichen Studien über diese Personengruppe hinaus kann der Mikrozensus die zahlenmäßige Dimension der Probleme, die ältere Menschen betreffen, in repräsentativer Form erfassen. Im Mikrozensus wurden bereits dreimal, 1971 (MZ7104), 1979 (MZ7904), 1987 (MZ8702) und 1998 (MZ9802)ein Sonderprogramm über Lebensverhältnisse älterer Menschen durchgeführt. Um diesen zu erwartenden Änderungen in der Bevölkerungsstruktur besser gerecht werden zu können, ist es erforderlich, rechtzeitig Maßnahmen im Bereich des Gesundheitssystems, einer ausreichenden Versorgung mit Sozialen Diensten, der Infrastruktur sowie der Wohnsituation usw. zu setzen. Um die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen effizient steuern zu können, werden von den politischen Vertretern u.a. Daten in Bezug auf den sogenannten "Generationentransfer" benötigt. Aus diesem Grund wird bei der Erhebung auch gefragt, in welchem Ausmaß ältere Menschen vom Verwandten- oder Bekanntenkreis Unterstützung bekommen, bzw. wie häufig umgekehrt Ältere selbst ihren (Enkel-)Kindern oder anderen Personen hilfreich zur Seite stehen. Um einen besseren Einblick in die Lebenssituation der Bevölkerung ab 60 Jahren zu erhalten, wird außerdem erhoben, ob die betreffenden Personen in ein familiäres Netzwerk eingebunden sind oder eher sozial isoliert leben.

    • Erweiterte Wohnungserhebung, Pflegeleistung, Haushaltsführung, Kinder

      Das Sonderprogramm der Mikrozensus-Erhebung im September 2002 beinhaltet auch den Block: Pflegeleistung – Haushaltsführung – Kinderbetreuung. Ein Element der Erhebung sind einige Fragen zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen oder Bekannten, die wegen der bevorstehenden Alterung der Bevölkerung von besonderem Interesse sein sollten. Diese Fragen behandeln die Person, die Art und den Zeitaufwand der Hilfeleistung.

    Mikrozensus Sonderprogramme Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen

    1976 | 1986 | 1995

    Informationen und umfassende Kenntnisse über die Lebensumstände von Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind Voraussetzung für gezielte gesundheits- und sozialpolitische Maßnahmen. Diese Erhebungen liefern Ergebnisse darüber, bei welchen persönlichen Verrichtungen bzw. Tätigkeiten des täglichen Lebens körperlich beeinträchtigte Personen auf Unterstützung anderer angewiesen sind. Außerdem wird ermittelt, ob diese Hilfe von Familienangehörigen oder Bekannten geleistet wird und/oder ob (auch) soziale Dienste in Anspruch genommen wurden.

  • Qualitative Studien
    • Seniorenreport Steiermark

      Das Projekt verfolgte zwei Ziele. Einerseits sollten die Forschungsergebnisse in einem Sammelband präsentiert, andererseits sollte durch das Projekt ein Beitrag zum intergenerativen Verständnis in der Steiermark geleistet werden. WissenschaftlerInnen aus den Arbeitsbereichen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Rechtwissenschaft, Geisteswissenschaft, Architektur, Verkehrsplanung usw. arbeiteten verschiedene Konzepte zum Thema Altern aus. Der Beitrag des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte bei diesem Projekt umfasst eine Interviewserie mit rund 300 älteren Personen, die im Zeitraum vom November 1997 bis Mai 1999 mittels qualitativen narrativen Gesprächen erhoben wurden.

    • Evaluierung der Bereiche Ergotherapie und Animation im Kuratorium der Wiener Pensionistenwohnhäuser

      Es wurde untersucht, ob die Standardangebote der Ergotherapie und Animation, die seit 2002 in den Pensionistenwohnhäusern gelten, den Bedürfnissen und Wünschen der betroffenen Personen entsprechen bzw. inwiefern die Qualität erhöht, mögliche Aufwände reduziert und das Standardangebot verbessert werden können. Die Datenerhebung wurde in sieben ausgewählten Pensionistenwohnhäusern des Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser durchgeführt. Erhebungsinstrumente waren Kurzinterviews mit BewohnerInnen und ExpertInneninterviews.